Dr. Dr. Robert Linsenmann - Prof. Dr. Dr. Dirk Nolte | Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Osteodistraktion (Knochen- und Weichteildehnung)

Die Osteodistraktion (Knochen- und Weichteildehnung) ist ein Verfahren zum Verlängern oder zum Aufbau von Knochen, das auf den Selbstheilungskräften des menschlichen Körpers beruht. Dabei wird zwischen zwei vorher durchtrennten Knochenstücken, die langsam Schritt für Schritt auseinander gezogen werden, neues Knochengewebe (sog. Kallus) gebildet.

Zum Auseinanderziehen der beiden Knochenteile wird eine kleine Distraktionsapparatur eingebaut, welche vom Patienten selbst täglich aktiviert werden kann. Dieser Stimulus aktiviert die Knochenheilung, so daß laufend neues Knochengewebe gebildet wird. Je kleiner die Distraktionsschritte sind, umso intensiver wird die Kallusformation.

Neben der Bildung von neuem Knochen ist die damit einhergehende Dehnung und Vermehrung der umliegenden Gewebe ein Vorteil dieser Methode. Die Methode eignet sich vor allem bei größeren, vertikalen Knochendefekten, z.B. nach traumatischem Zahnverlust im Oberkieferfrontbereich.

Die Vorteile dieser Methode sind folgende:

  • Zusätzlich zum Knochen wird auch Weichgewebe mitgedehnt
  • Eine Knochentransplantation mit einer aufwändigen Transplantat-gewinnung ist nicht mehr nötig.
  • Das Infektionsrisiko ist gering, weil lebender Knochen distrahiert wird.