Dr. Dr. Robert Linsenmann - Prof. Dr. Dr. Dirk Nolte | Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Knochenaufbau

Falls bei der Diagnostik festgestellt wurde, daß nicht genügend Knochen für die sichere Verankerung des Implantates zur Verfügung steht, ist der erste Schritt eine sog. Augmentation (Knochenaufbau). Zum Knochenaufbau werden die verschiedensten Methoden eingesetzt, welche sich in Aufwand, Schwierigkeit und somit den Kosten stark unterscheiden.

Man unterscheidet einseitige Augmentation (= Knochenaufbau u. Implantation in einem Schritt) von der zweiseitigen Augmentation (= Knochenaufbau - die Implantation erfolgt nach 3-4 Monaten).

Knochenmaterial & Methoden

Knochenersatzmaterial

Knochenanlagerung mit körpereigenem Knochenmehl und/- oder synthetischem Knochenersatzmaterial

Während der Operation kann (bei Knochenmangel) der für den Aufbau benötigte Knochen gewonnen werden.

Durch den Bohrvorgang wird Knochenmehl gewonnen. Zudem kann eigenes Knochenmaterial auch mit künstlichem Knochenersatzmaterial gemischt werden.

Sinuslift

Knochenmaterial
Eine Sonderform des Knochenaufbaus stellt der Sinuslift dar. Im Oberkiefer- Seitenzahnbereich ist die Knochenhöhe durch Knochenabbau oftmals so gering, daß ein Implantat nicht in ausreichender Länge stabil eingesetzt werden kann. Durch Einlagerung von Knochen bzw. Knochenaufbaumaterial in den Kieferhöhlenboden wird diese soweit "angehoben", daß Implantate sicher verankert werden können.

Beim äußeren Sinuslift wird ein Knochenfenster von der Mundhöhle aus zur Kieferhöhle präpariert und über diesen Zugang die Kieferhöhlenschleimhaut/Knochenhaut (vergleichbar mit der Innenhaut bei einem Ei) vom Boden der Kieferhöhle gelöst. In diesen isolierten Hohlraum wird unter Sicht dann Knochen bzw. Knochenaufbaumaterial eingebracht.

Beim inneren Sinuslift wird über das Implantatbohrloch Knochen unter die Innenhaut der Kieferhöhle gedrückt und somit die Verwendung längerer Implantate ermöglicht.

Knochenblock

Knochenblock

Bei einem zu schmalen oder zu niedrigen Kieferabschnitt kann ein Knochenstück von einer anderen Stelle entnommen und durch Schrauben an der gewünschten Stelle fixiert werden.

Dieser Knochenblock muß einige Monate einheilen, bevor er durch Implantate belastet werden kann.

Knochenspreizung (Splitting)

Bei zu schmalem Kiefer ist es möglich, den Knochen durch Knochenspreizung für eine Implantateinbringung vorzubereiten. Bei dieser bewährten Technik wird der schmale Knochen mit Hilfe spezieller Mikrosägen in ein lippenseitiges und ein zungenseitiges Blatt gespalten, dann die Implantate in den entstandenen Spalt eingebracht und die restlichen Hohlräume mit Knochenersatzmaterial aufgefüllt.

Ein anderes Verfahren nutzt spreitzende, nicht abtragende Bohrer in aufsteigender Größe, um Raum für die Implantate auch im schmalen Knochen zu schaffen.

 

Distraktionsosteogenese/ Osteodistraktion ("Knochenneubildung durch Auseinanderziehen")

Hierbei wird bei einem für eine Implantation zu niedrigen Knochen dieser in einen oberen und unteren Anteil gespalten. Eine an diesen Knochenteilen fixierte Spezialschraube erlaubt das schrittweise Anheben der oberen Knochenspange (ca. 1mm pro Tag), wobei das Potential des Knochens zur Bruchheilung durch Knochenneubildung (Kallus) genutzt wird.

Hierfür muß allerdings die Distraktionsvorrichtung im Mund für einige Wochen getragen werden; die Belohnung sind ca. 10 mm neu gewonnene Knochenhöhe in 12 Wochen. Vorteil: Auch Weichgewebe kann dabei mit gedehnt werden.