Dr. Dr. Robert Linsenmann - Prof. Dr. Dr. Dirk Nolte | Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

Kieferorthopädische Operation

Kieferorthopädische Operationen gliedern sich in die zwei Teilbereiche Knochendistraktion und Fehlbißchirurgie.

Knochendistraktion

Wenn Knochendefizite am Kiefer bestehen, kann ein besonderes Verfahren angewendet werden, in dem die vorhandenen Knochen aufgedehnt werden, um so die Knochenbildung in den entstandenen Zwischenräumen anzuregen. Die natürliche Knochengewinnung wird durch den sog. Distraktor ermöglicht, ein chirurgisches Werkzeug, das bereits seit einigen Jahren in der Rekonstruktiven Chirurgie im Einsatz ist. Durch den Distraktor kann so ein Knochenblock in eine Richtung verschoben werden.

Mittels einem kleinen Eingriff wird der Distraktor in eine chirurgisch angelegte Öffnung des Kieferknochens eingesetzt und dehnt über einen längeren Zeitraum den Kieferknochen auf sanfte Weise. In dem entstandenen Spalt zwischen Knochen und beweglichem Knochenblock wächst erst Kallus, dann fester Knochen nach.

Eine neue Methode dazu heißt Distraktionsosteogenese. Dabei bildet sich auf natürliche Weise neues Knochengewebe, so daß alle Zähne gleichmäßig nebeneinander Platz finden. Das neu entstandene Knochengewebe ist nach etwa drei Monaten genauso stabil ist wie der übrige Kieferknochen und es kann implantiert werden.

Eine Veränderung des Kieferknochens bedeutet auch einen wesentlichen ästhetischen Eingrif in das äußere Erscheinungsbild, da neben dem Knochengewebe auch Muskeln und Gefäße mitwachsen.

Fehlbißchirurgie

Bei einem Fehlbiß schließen die Zahnreihen nicht richtig, so daß es zu Problemen beim Essen und beim Sprechen kommen kann. Außerdem können die Schneidezähne anfälliger für Karies und das Aussehen beeinträchtigt sein.

Um einen Fehlbiß ästhetisch optimal zu korrigieren, werden Hautschnitte aus dem Mundinneren durchgeführt, damit später keine sichtbaren Narben verbleiben. Der Chirurg operiert dabei durch die Schnitte und stellt den Knochen in die anatomisch korrekte Position, so daß der Kiefer, je nach Fehlstellung, nach vorne oder nach hinten verlagert werden kann.

Nach der Korrektur der Fehlstellung wird der Knochen mit kleinen Titanschrauben und -plättchen fixiert. In der Regel kann man den Mund nach dem Eingriff sofort wieder öffnen und auch Sprechen, Essen und Zahnhygiene sind wieder uneingeschränkt möglich. Eine Ruhigstellung der Kieferknochen ist nur seltenen Fällen notwendig, um den Heilungsprozeß zu beschleunigen.